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      ADHS-Medikament Ritalin auch bei Erwachsenen einsetzbar

      Von Gesundheits-News | April 23, 2012

      Die Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätsstörung (ADHS), auch „Zappelphilipp-Syndrom“ genannt ist in Deutschland die unter Kindern und Jugendlichen am weitesten verbreitete Krankheit. Experten schätzen, dass mittlerweile mehrere hunderttausend Kinder davon betroffen sind. ADHS äußert sich durch eine motorische Unruhe und Impulsivität, die Betroffenen sind zudem leicht ablenkbar. Obwohl das „Zappelphilipp-Syndrom“ wie sein Name schon sagt eigentlich eine Kinderkrankheit ist, gibt es auch Erwachsene, die daran leiden, denn bei circa 40 bis 60 Prozent der als Kinder und Jugendliche von ADHS Betroffenen bleiben die Beschwerden bis ins Erwachsenenalter bestehen. Während Kinder bei ADHS mit dem Medikament Ritalin, welches den Wirkstoff Methylphenidat enthält, behandelt werden gab es für Erwachsene bisher keine kontrollierten Studien, welche zuverlässige Aussagen über die Wirksamkeit von Psychopharmaka und Psychotherapie machen konnten. Nun haben Wissenschaftler des Universitätsklinikums Würzburg herausgefunden, dass sich ADHS bei Erwachsenen ebenfalls mit Ritalin behandeln lässt.

      Die Forscher teilten in insgesamt sieben Studienzentren 433 an ADHS leidende erwachsene Probanden in vier Gruppen auf, welche unterschiedlich behandelt wurden. Die erste Gruppe wurde mit Ritalin und einer Gruppentherapie behandelt, die zweite Gruppe erhielt Ritalin nach einer Beratung, die dritte und vierte Gruppe bekam eine Gruppentherapie und ein Placebo bzw. eine Beratung und ein Placebo. Dabei zeigte sich, dass die medikamentöse Behandlung mit Ritalin den Therapien mit den Placebos signifikant überlegen waren. Allerdings weist Andreas Warnke, Sprecher des Forschungsverbandes ADHD-net darauf hin, dass die Auswertung der Daten noch nicht abgeschlossen seien. Doch nach den ersten Erkenntnissen deute alles darauf hin, dass die im Kinder- und Jugendalter etablierten Behandlungsmethoden auch bei Erwachsenen sinnvoll seien.

      Das ADHS-Medikament Ritalin ist jedoch umstritten. Grund dafür ist, dass Ritalin oftmals missbraucht wird und auch an gesunde Kindern verabreicht wird, um ihre Konzentrationsfähigkeit zu steigern und somit die schulischen Leistungen zu optimieren. Dabei ist die Einnahme von Ritalin nicht unbedenklich: Der Wirkstoff kann Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Bluthochdruck, Schlaf- und Wachstumsstörungen, Angstzustände bis hin zu Wahnvorstellungen hervorrufen, zudem steigert er das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
      Lesen Sie weiter: Immer mehr Kinder werden mit ADHS-Medikamenten ruhig gestellt

      Kategorien: Allgemein, Kindergesundheit, Krankheiten, Medizin, Wissenschaft | Kommentare deaktiviert für ADHS-Medikament Ritalin auch bei Erwachsenen einsetzbar

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