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      Afrika: Verhütungsspritze erhöht Risiko für HIV-Infektion

      Von Gesundheits-News | Oktober 5, 2011

      In Schwarzafrika zählt die hormonelle Verhütungsspritze für Frauen zu den beliebtesten Methoden, einer ungewollten Schwangerschaft vorzubeugen. Etwa zwölf Millionen Frauen zwischen 15 und 49 Jahren verhüten auf diesem Wege. Bei dieser Methode bekommt die Frau alle drei Monate eine Spritze verabreicht, was ihr eine effektive Geburtenkontrolle ohne ständige ärztliche Aufsicht ermöglicht. Doch nun zeigte sich, dass die Verhütungsspritze offenbar das Risiko für eine HIV-Infektion erhöht. Im Fachjournal „Lancet Infectious Diseases“ berichten Wissenschaftler, dass die Rate der Frauen, die sich mit dem HI-Virus infizierten in der Gruppe derjenigen, die mit der hormonellen Verhütungsspritze verhüteten, bei 6,61 pro 100 Personenjahren lag. Bei der Vergleichsgruppe, die Kondome als Verhütungsmittel einsetzte, lag die Rate nur bei 3,78. (Als „Personenjahre“ wird die Summe der Beobachtungszeit aller Studienteilnehmer bezeichnet. Bei 100 Personenjahren werden beispielsweise 100 Menschen über ein Jahr hinweg oder 50 Menschen über zwei Jahre hinweg beobachtet.) Doch nicht nur Frauen sind gefährdeter, sondern auch die Männer: Die Studienteilnehmerinnen, die schon den HI-Virus in sich trugen und die Verhütungsspritzen benützten, steckten ihre Partner mit einer Rate von 2,61 auf 100 Personenjahre an. In der Vergleichsgruppe lag die Infektionsrate bei 1,51 pro 100 Personenjahre.

      „Diese Ergebnisse haben eine große Bedeutung für die Familienplanung und die Programme zur Vorbeugung der HIV-Infektionen“, so Jared Beaten von der University of Washington in Seattle. „Insbesondere dort, wo die Viren bereits weitverbreitet sind.“ Die Weltgesundheitsorganisation WHO will nun die unterschiedlichen Empfehlungen, wie Frauen in Afrika am besten verhüten sollten, überprüfen. „Wir wollen sichergehen, dass wir warnen, wenn es wirklich notwendig ist, aber wir wollen kein voreiliges Urteil abgeben, das weitreichende, schwere Konsequenzen für die Gesundheit der Frauen haben wird“, setzte WHO-Expertin Mary Lyn Gaffield zum allgemeinen Ziel. In einem Punkt waren sich aber alle Wissenschaftler einig: Neben der hormonellen Verhütung – ganz gleich ob mit Verhütungsspritze oder Antibabypille – ist der Einsatz von Kondomen der effektivste Schutz vor einer ungewollten Schwangerschaft und vor einer HIV-Infektion.

      Kategorien: AIDS und HIV, Allgemein, Frauengesundheit, Männergesundheit, Wissenschaft | Kommentare deaktiviert für Afrika: Verhütungsspritze erhöht Risiko für HIV-Infektion

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