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      Daumenlutschen im Erwachsenenalter

      Von Gesundheits-News | März 10, 2014

      Daumenlutschen ist für Babys und Kleinkinder bis drei Jahren etwas ganz normales. Das Saugen am eigenen Daumen befriedigt das Saugbedürfnis, das in uns Menschen und in allen Säugetieren elementar vorhanden und auch lebensnotwenig ist. Schließlich nehmen wir vom ersten Tag unseres Lebens an unsere Nahrung – die Muttermilch – durch Saugen an der Brust auf. Zwischen dem zweiten und dritten Lebensjahr verändert sich dann unser Verhalten: Das Daumenlutschen, was uns auch zur Entspannung diente, wird als Eigenschaft abgelegt. Manche Kleinkinder hören eher auf, am Daumen zu nuckeln, andere später. Manchmal bereitet das Lutschen am Daumen große Probleme, vor allem wenn Kinder über dem dritten Lebensjahr partout nicht davon lassen wollen. Jetzt drohen Fehlentwicklungen des Kiefers und schiefe Zähne. Doch bei einigen wenigen ziehen sich die Probleme bis ins Erwachsenenalter hin. Auch manche erwachsene Menschen lutschen noch am Daumen – eine Eigenschaft, die den Betroffenen oft große seelische Probleme bereitet. Doch warum können manche es nicht lassen, am Daumen zu nuckeln?


      Die Psychologen sind sich bis heute uneins darüber, warum Erwachsene zwanghaft am Daumen lutschen müssen. Wolfgang Hartmann, der Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Zwangserkrankungen vermutet, dass erwachsene Daumenlutscher an einer Impulskontrollstörung leiden. Die bekannteste Impulskontrollstörung ist die Pyromanie, der Zwang Feuer zu legen. Doch kann man einen erwachsenen Daumenlutscher mit einem höchst gefährlichen Pyromanen gleichsetzten? Peter Falkai, Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie an der Georg-August-Universität zu Göttingen sieht in dem Verhalten nichts anderes als eine „Reminiszenz an beruhigende Handlungen aus der Kindheit“. Er hat aber die Erfahrungen machen müssen, dass die Betroffenen häufig Minderbegabte sind. Falkai rät, sich einer Verhaltenstherapie zu unterziehen.
      Probleme bereitet das Daumenlutschen im Erwachsenenalter aber auch in der Beziehung. Erwachsene Daumenlutscher versuchen ihre Angewohnheit aus Scham vor ihrem Partner zu verbergen – was auf Zeit und in Stressituationen nicht immer gelingt. Die betroffenen Partner leiden mit: Je nach Situation empfinden sie Mitleid, aber auch Ekel.


      Doch wie können sich erwachsene Daumenlutscher ihre infantile Angewohnheit abgewöhnen? Fakt ist, dass es umso schwerer ist, eine unliebsame Angewohnheit abzulegen, je länger man sie praktiziert hat. Haben schon viele Kleinkinder Probleme damit, dass der Daumen nicht mehr in den Mund wandert, so fällt dies Erwachsenen noch viel schwerer: In der Zeit des Abgewöhnens sind Betroffene oft genervt, reagieren aggressiv und zeigen Entzugserscheinungen wie man sie sonst bei Rauchern beobachten kann.

      Kategorien: Allgemein | Kommentare deaktiviert für Daumenlutschen im Erwachsenenalter

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